Destilliertes Getränk skandinavischen Ursprungs, bekannt als Akvavit oder Aquavit.
Der Name Aquavit leitet sich vom lateinischen „aqua vitae“ („Wasser des Lebens“) ab und wurde ursprünglich als Medizin zur Behandlung verschiedenster Krankheiten verwendet. Unter anderem wurde behauptet, dass dieses Getränk die Verdauung von fettreichen Speisen erleichtere.
Laut historischen Aufzeichnungen stammt der erste bekannte Hinweis auf dieses Getränk aus dem Jahr 1531, als Eske Bille, Herr des Schlosses von Kopenhagen, einen Brief an den norwegischen Erzbischof Olav Engelbretsson schickte. Diesem Brief lag ein Paket bei, das eine Flasche „aqua vitae“ enthielt.
Dieses Getränk hat einen Alkoholgehalt von 40 % bis 45 % vol. und eine mehr oder weniger dunkle strohgelbe Farbe, obwohl es auch farblos erhältlich ist. Es könnte gesagt werden, dass es dem Wodka sehr ähnlich ist, da die Basis ebenfalls aus Kartoffeln oder Getreidealkohol besteht, allerdings mit einem wichtigen Unterschied. Dem Aquavit werden zusätzlich verschiedene Samen und Kräuter zur Aromatisierung zugesetzt. Zu diesen Botanicals gehören hauptsächlich Kümmelsamen, aber auch Dill, Fenchel, Anis, Koriander, Paradieskörner, Zitronenschalen, Orangenschalen, Kreuzkümmel und Kardamom.
Zur Herstellung dieses Destillats werden normalerweise zwei Destillationen durchgeführt. Bei der ersten wird ein neutraler Alkohol aus Getreide oder Kartoffeln gewonnen, der anschließend unter Zugabe von Gewürzen und aromatischen Pflanzen erneut destilliert wird. Danach wird er mit Aktivkohle filtriert und schließlich normalerweise ohne vorherige Reifung in Flaschen abgefüllt. In einigen Fällen erfolgt jedoch eine Reifung in Eichenfässern, um den Geschmack zu verfeinern und gleichzeitig die Farbe zu verändern. Je dunkler der Farbton, desto älter ist der Aquavit.
Klare Aquavite werden als „Taffel“ bezeichnet. Sie werden unter Verwendung alter Fässer gereift, damit das Produkt keine zusätzliche Farbe annimmt.